Gesund oder Ungesund?

Heftige Diskussionen haben mich dazu inspiriert mal einen Beitrag zum Thema gesund oder ungesund zu schreiben... Es geht darum, ob z.B. LowCarb gut ist oder nicht.

Hallo ihr Lieben,

über eine Facebookgruppe hat sich heute eine rege Diskussion entwickelt, was der gesündeste Weg zum Abnehmen ist. Dabei wurde auch LowCarb heftig kritisiert, was ich ja selber lange betreibe.

Deshalb hier mal meine Einstellung zum Thema.

Die Fakten auf den Tisch

Ich finde eine Ernährung muss ausgewogen sein. Wichtig ist, den Grundumsatz zu essen und auch von allen drei Nährwerten (Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett). Wichtig ist aber auch ein Kaloriendefizit zu schaffen, damit man Gewicht verliert und dabei an den richtigen Stellen zu sparen. Was die richtigen Stellen sind, ist individuell vom eigenen Körper abhängig.

LowCarb heißt nicht NoCarb

Beginnen wir mit dem Thema der Ausgewogenheit. Um Kalorien zu reduzieren, muss man irgendwo sparen. Was man am besten spart, ist personenabhängig. Nun heißt sparen aber nicht komplett verzichten. Der komplette Verzicht ist ungesund und kann unter anderem zum Jojo-Effekt führen, genauso wie eine Mangelernährung durch zuwenig aufgenommene Kalorien. Davon abgesehen ist der komplette Verzicht auch nicht möglich, da man sich doch sehr stark einschränken müsste und wer hält das - außer Profisportler, deren Erfolg davon abhängt - langfristig durch?

Ich zumindest nicht. Deshalb mache ich auch LowCarb und nicht NoCarb. Bedeutet, dass ich Kohlenhydrate esse, wenn ich Bock drauf hab, auch mal Nudeln oder so, aber ich schränke es halt ein, da ich entschieden habe, dass ich an dieser Stelle sparen will.

Und sein wir doch mal ganz ehrlich. LowCarb und LowFat sind die beiden erfolgreichsten Konzepte, auf denen andere Konzepte wiederum basieren. Wenn jeder dieser LowCarb-Leute am Jojo-Effekt leiden würde, wäre das Konzept bei weitem nicht so erfolgreich, oder?

Ab wann is wenig, zu wenig?

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Definitiv zu wenig ist, wenn ihr unter dem Grundumsatz liegt. Diesen kann man sich problemlos berechnen lassen.

Auch zu wenig ist alles, was zu Mangelerscheinungen führt. Viele Mängel bekommt ihr selber mit, den Mängel führen zu Krankheiten oder Unwohlsein, z.B. wer zu wenig trinkt leidet öfter an Kopfschmerzen.

Ansonsten könnt ihr euch ach bei Fachleuten, wie ausgebildete Ernährungsexperten und Ärzten informieren, was für euch zu wenig ist. Auch das ist sehr individuell. Für mich sind z.B. "1200kcal + verbrauchte Kalorien beim Sport" ideal. Da lande ich über meinem Grundumsatz und hab das Gefühl, durch den Sport mehr essen zu können, dass momentan noch eine tierische Motivation für mich ist. Letztens hat mir aber jemand erklären wollen, dass unter "1500kcal + verbrauchte Kalorien" keine Abnahme möglich ist. Das ist leider falsch. Grundsätzlich nimmt man mit einem Defizit immer ab. Die Frage ist, ob man gesund abnimmt und das macht man, wenn man keine Mängel aufweist und über dem Grundumsatz bleibt.

Der Zeitraum ist entscheidend

Auch ist die Dauer entscheidend. Ich z.B. mache momentan Atkins. D.h. für einen kurzen Zeitraum von 2 Wochen fahre ich meine Kohlenhydratzufuhr stark runter um sie dann wieder langsam zu steigern. Ein anderes bekanntes System nennt sich 5:2, dabei fastet man 2 Tage die Woche und isst die anderen Tage dafür etwas mehr. Auch das ist nicht zwangsläufig ungesund.

Wichtig ist, dass man sich bewusst macht, dass solche extremen Einschränkungen, wie fasten, unter dem Grundbedarf essen oder einen Nährwert auf wirklich geringe Mengen setzen, keine Dauerlösung sind, sondern immer nur kurze Phasen, die sich entweder mit anderen Phasen abwechseln - wie bei 5:2 - oder nur als Einstieg dienen wie bei Atkins.

Auch wichtig, wenn ich meine KH runter fahre, erhöhe ich zeitgleich mein Fett als Energieträger UND für mich zählt beim Kalorien zählen eher die Wochenbilanz und die stimmt auch bei 5:2 mit 2 Fastentagen.

Ein eigenes Konzept

Am Ende des Tages muss jeder selber wissen, was er tut und austesten, was zu seinem Körper passt. Für den Einen passt es kein Konzept zu haben, andere, so wie ich, brauchen Abwechslung und ändern immer wieder die Rahmenbedingungen um auch Neues auszuprobieren. Andere suchen sich eine Methode aus und fahren mit dieser sehr gut. Ich glaube, jeder der abnehmen will und vor allem viel abnehmen will (ich rede jetzt nicht von 1-2kg, die nach einer Woche intensiven Sport weg sind), wird sich früher oder später mit dem Thema auseinader setzen, sich informieren und seinen idealen Weg finden.

Natürlich gehören Rückschläge dazu. Hab ja selber gerade einen hinter mir. Da lautet die Devise einfach dran bleiben.

Bei Fragen und Unsicherheiten zum Dok

Was aber nun machen, wenn man sich informiert hat und überall was anderes steht? Wie soll man validieren, was wirklich stimmt? Ich sage immer, beim Zweifel einen Dok zu Rate ziehen. Ich war schon länger nicht, hab aber auch am Anfang gefragt, was kann ich tun, was sollte ich tun und was geht auf keinen Fall. Lasst euch dann auch nicht davon abbringen, nur weil andere der Meinung sind.

Mein Fazit

Diskussionen wird es immer geben und ich vermute von allen die diesen Beitrag lesen finden 90% mindestens einen Punkt, dem sie wiedersprechen würden. Das ist auch ihr gutes Recht. Mir persönlich ist wichtig, mal hervorzuheben, dass gewisse pauschale Aussagen einfach nicht zu treffen und das es gerade beim Abnehmen so viele Wege gibt...

Beste Grüße,

Kilopurzel